Eine
kurze Geschichte des Essener Yacht-Clubs
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Als
die Engländer 1945 nach Essen kamen, entdeckten sie etwas,
womit sie nicht gerechnet hatten: ein Kleinod mitten im Ruhrpott,
hübsch eingebettet zwischen grünen Hügeln: Einen
bananen-förmigen See, auf dem sie wunderbar segeln konnten.
Schön für sie, aber schlecht für die Mitglieder des
Automobil- und Yachtclub Ruhrland (AYCR, heute YCRE), denn die Gentlemen
beschlossen, deren Clubhaus am Heisinger Ufer einschließlich
der Jollen in Beschlag zu nehmen. So mussten sich die Segler vom
AYCR wohl oder übel nach einem neuen Quartier umschauen. 1948
zogen sie zum Schutzhafen am Südufer, errichteten dort ein
provisorisches Clubhaus nebst Stegen und begannen eifriger zu segeln
als je zuvor. |
Bald gefiel es ihnen dort so gut, dass die meisten gar nicht mehr
fort wollten, als ihnen die Engländer 1954 die Rückkehr
nach Heisingen anboten. Doch die Vereinsführung machte Druck:
Ein Verbleiben am Südufer würde 6.000 Mark kosten, und
die würde gewiss niemand bezahlen wollen! Da erhob sich als
Sprecher der später sogenannten „Zwölf Apostel“
Alfred Scheepers, damals Inhaber eines bekannten Essener Kaufhauses,
und erklärte sich zur Übernahme der Kosten bereit.
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Von
nun an hatte der AYCR also zwei Stützpunkte – aber nicht
für lange. Einer der besten Segler, Ernst Noël, plante
am Südufer mit sieben Getreuen - von denen heute nur noch Werner
Oelze lebt - die Gründung eines neuen Vereins. So entstand
noch im selben Jahr der Essener Yacht-Club. Fast alle aktiven Regattasegler
des AYCR schlossen sich ihm an. Dadurch wurde der EYC zum führenden
Segelclub am Baldeneysee, was sich im dreimaligen Gewinn des damals
heiß umkämpften Alfried-Krupp-Preises niederschlug. |
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Dank
engagierter Jugendarbeit wuchs bald eine neue Generation hervorragender
Segler heran: Klaus Werres, Axel Hampe und die Gebrüder Noël
ersegelten für den EYC zahlreiche Siege und nationale Meistertitel.
1980 verloren Curt Noël und Eckehard Löll im FD nur knapp
die Olympiaausscheidung gegen die späteren Goldmedaillengewinner
Gebrüder Dietsch. Seitdem ist es um den EYC, was Spitzenleistungen
anbelangt, merklich ruhiger geworden. Kein Wunder, denn mit ca.
50 Vollmitgliedern sind die Mittel des EYC begrenzt.
Dafür hat seine regattasportliche Tradition reiche Früchte
getragen: Die sonntäglichen Yardstick-Regatten des EYC entwickelten
sich zu einem echten Klassiker. Boote aus vielen Clubs nutzen diese
Angebot. Teilnehmerzahlen von 20 und mehr sind keine Seltenheit.
Und die Folkeboote, die im EYC ihre Keimzelle hatten, sind inzwischen
mit über 80 Schiffen zur stärksten und aktivsten Flotte
am Baldeneysee geworden. |
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Apropos Keimzelle
...- auch in puncto Nachwuchs hat sich der Verein inzwischen als
recht fruchtbar erwiesen. Beste Aussichten also, dass die sportliche
Tradition des EYC erfolgreich fortgeführt wird.
Text: Dr.
Berthold Oelze
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